Karneval auf der Straße oder Volleyball in der Halle? Die Dürener Fans, die sich an diesem Sonntagnachmittag dafür entschieden, das Auswärtsspiel unserer SWD Powervolleys in Dachau im Stream zu verfolgen, brauchten dabei starke Nerven und sehr viel Durchhaltevermögen. Denn unser Team schaffte es erst nach zwei verlorenen Sätzen, den bayerischen Außenseiter wenigstens halbwegs in den Griff zu bekommen und im Tiebreak zu gewinnen.
Starke Dachauer lassen Düren verzweifeln
Im Powervolleys-Vorbericht zu diesem Spiel wurde gefordert, dass die „Dachauer Warnschüsse“ ernstgenommen werden sollten. Das bezog sich sowohl auf das erst im Tiebreak entschiedene Hinspiel als auch auf das ebenfalls über fünf Sätze gegangene Heimspiel der Bayern gegen Berlin. Im ersten Satz war zu sehen, dass unsere Jungs sich auf die kleine Halle mit der niedrigen Decke eingestellt hatten. Doch der Versuch, flach zu spielen, sorgte auch dafür, dass sehr viele Dürener Angriffsversuche im gegnerischen Block hängen blieben. Außerdem hatten die Gastgeber von Beginn an mit Büchi einen starken Angreifer. So mussten wir einen 10:15-Rückstand verkraften. Während die Dachauer auf dem Feld und das bayerisch-norddeutsche Kommentatoren-Duo gute Laune hatten, fühlte es sich für uns nicht wie Karnevalssonntag an. Die fünf Punkte Rückstand blieben bis zum 20:25.
Einmal aufholen reicht nicht
So überfordert und ratlos wie im ersten Satz präsentierte sich unser Team auch zu Beginn des zweiten Durchgangs. Mit 6:12 gerieten sie in Rückstand. Da schien nicht nur ein bitterer Punktverlust, sondern noch Schlimmeres zu drohen. Offensichtlich wurde das angeblich auch unserer Mannschaft klar, die jetzt mehr Druck machte und mit einer Serie den Ausgleich zum 12:12 schaffte. Im folgenden Sideout-Duell legte jedoch immer wieder Dachau vor. Erst beim 19:18 gab es die erste Dürener Führung und die war mit drei Punkten des Gegners sofort wieder weg. Ebenso wie der Satz, der dann noch 21:25 verloren ging. Das tat weh. Stand uns etwa das erste Bundesliga-Spiel dieser Saison ohne eigenen Punktgewinn bevor?
Mal den Gegner unter Druck setzen
Man muss sich gar nicht so viele Gedanken über die enge Halle zu machen, wenn man den Gegner selbst unter Druck setzt. Genau das gelang unserer Mannschaft im dritten Satz. Die eigenen Aufschläge wurden stärker, die Annahme stabiler. Während das Dürener Team zuvor so gewirkt hatte, als wäre es nicht der Favorit, sondern der überforderte Außenseiter, waren die Rollen jetzt wieder so verteilt, wie wir es uns von Beginn an gewünscht hätten. 16:9, 19:10, das waren erstmal beruhigende Zwischenstände. Jedoch zeigte die Schlussphase des Satzes, in der es nochmal ein bisschen enger wurde, dass die Konzentration hoch bleiben musste. 25:19, weiter geht’s,
In den Tiebreak gezittert
Der Dürener Aufschwung wurde im vierten Satz direkt wieder gebremst. Dachau ging erneut in Führung und machte es unserem Team schwer. Es gab keinen großen Rückstand mehr, aber auch keine beruhigende Führung. Trotzdem zeigte sich am Satzende, warum Düren in der Tabelle viel höher steht als Dachau. Denn es sind solche Crunchtime-Situationen, in denen das Topteam gegen den Außenseiter oft doch noch irgendwie rettet. So ging es mit einem mühsamen 25:22 in den Tiebreak. Wenigstens war schon mal die Serie gerettet, dass die Powervolleys diese Saison in jedem Bundesliga-Spiel mindestens einen Punkt holen.
Knapp bis zum Schluss
Wenigstens der Tiebreak schien dann schnell zu unseren Gunsten entschieden. 7:2 führte unser Team. Aber naja, was soll man sagen? Selbst fünf Punkte Vorsprung waren in diesem jecken Spiel keine Vorentscheidung. Dachau zeigte nochmal seine Stärken, kam noch zum 11:11-Ausgleich. Aber das war dann endlich der letzte Widerstand. Letztlich führten Robin und Jordan als beste Powervolleys-Punktesammler das Team zum 15:11 und damit zum sehr hart erkämpften 3:2-Sieg.
Erstmal Fokus auf Platz 3
Trotzdem ist durch den Punktverlust der Rückstand in der Tabelle auf Lüneburg und Berlin gewachsen, die ihre Spiele jeweils mit 3:0 gewannen. Daher müssen wir uns wohl erstmal darauf konzentrieren, den dritten Platz abzusichern und die viertplatzierten Häfler nicht mehr herankommen zu lassen. Hilfreich wäre dabei ein klarer Heimsieg nächsten Sonntag gegen Karlsruhe. Es ist die einzige Mannschaft, gegen die Düren in dieser Saison noch nicht gewonnen hat.


