Rund 350 Kilometer ist Groningen von Düren entfernt. Im Vergleich zu anderen Duellen, die im Europapokal möglich sind, ist das eine überschaubare Entfernung. Daher war es klar, dass einige Moskitos das Team am Donnerstagabend vor Ort unterstützen würden. Nach dem souveränen 3:0-Sieg im Hinspiel sprach zudem auch viel dafür, dass es im Martini Plaza für uns einen Grund zum Jubeln geben würde. Schließlich fehlten „nur“ noch zwei erfolgreiche Sätze zum Einzug ins Achtelfinale des CEV-Pokals. Unsere Mannschaft gewann auch zwei Sätze, allerdings auf viel spannendere und dramatischere Art als gedacht. Denn der zweite gewonnene Satz war erst der Golden Set. Dieser zusätzliche Entscheidungssatz wurde nötig, weil unsere Jungs die Partie mit 1:3 verloren.

Der erste Satz des Spiels nahm bereits einen unangenehmen Verlauf. Aus einem 8:7 wurde ein 9:16, weil unsere Mannschaft immer wieder am gegnerischen Block scheiterte. Die Groninger kamen in Schwung und holten sich den Satz mit 25:18.

Von diesem Rückschlag erholten sich die SWD Powervolleys schnell. Den zweiten Satz gestalteten sie ähnlich souverän, wie wir es zwei Wochen zuvor im Hinspiel erlebt hatten. Über 8:4 und 16:9 kamen sie zum 25:16. Marvin Prolingheuer schoss sich warm und ebnete den Weg zum Topscorer der Partie (33 Punkte).

Wer nun allerdings dachte, unsere Mannschaft hätte das Spiel im Griff, sah sich leider getäuscht. Denn ihr fehlte auch an diesem Abend die Konstanz. Obwohl sie zunächst 8:5 führte, fand sie keine Sicherheit. Groningen meldete sich zurück, übernahm die Führung und ließ sich auch von einer kurzen Dürener Aufholjagd zum 20:21 nicht davon abhalten, den Satz 25:23 zu gewinnen.

Der fehlende zweite Satzgewinn für Düren oder ein 3:1-Sieg für Groningen? Mit dieser Frage ging es in den vierten Satz. Lange sah es so aus, als könnte sich unsere Mannschaft durchsetzen, sie bei beiden Auszeiten deutlich führte. Doch die Niederländer kamen erneut heran. Beim Stand von 21:22 aus unserer Sicht sorgte dann eine Fehlentscheidung der Unparteiischen für Unruhe und brachte Groningen auf den Weg zum 25:22.

Die Gastgeber glichen mit ihrem 3:1-Sieg das Dürener 3:0 aus dem Hinspiel aus. Gemäß der Europapokal-Regeln stand nun also ein Golden Set, ein wie ein Tiebreak bis 15 Punkte gespielter Entscheidungssatz auf dem Programm. Die Zitterpartie erreichte damit ihren Höhepunkt und die Spannung blieb bis zum letzten Ballwechsel. 15:13 hieß es am Ende. Was für ein verdammt knapper und dramatischer Erfolg für unser Team!

Im Achtelfinale trifft Düren nun auf Ziraat Bankasi Ankara. Zunächst geht es Mitte Januar, kurz nach dem Berlin-Spiel in die Türkei, bevor zwei Wochen später das Rückspiel in unserer Arena stattfindet. Ob es dann auch wieder zu einem solch spannenden Höhepunkt kommen wird, wissen wir noch nicht. Klar ist jedoch, dass die Chance auf Moskitos beim Auswärtsspiel ziemlich gering ist. Schließlich ist Ankara rund 2600 Kilometer weiter von Düren entfernt als Groningen.