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„Brandenburger Hölle“ überstanden
02.04.10

Die Reise in den Osten hat sich gelohnt. Nach zwei Niederlagen in der Arena Bestensee konnten wir nun im zweiten Spiel des Playoff-Viertelfinales einen knappen und hart erkämpften, aber sehr wertvollen Sieg feiern. Der Angstgegner ist besiegt und Pokalfinalist evivo hat mit dem Einzug ins Halbfinale einen weiteren Beitrag zu einem positiven Saisonfazit geleistet.

An diesem Mittwoch merkte man mal wieder, wie volleyballverrückt die Moskitos sind. Bestensee, der Austragungsort der Netzhoppers-Heimspiele ist mehr als 600 Kilometer von der Heimat der evivo-Fans entfernt. Außerdem hätte es am Abend eine deutlich gemütlichere Alternative gegeben. Der Internet-Sender Spobox, der uns in dieser Saison mit hochwertigen Übertragungen der Volleyball-Bundesliga erfreut, hatte sich schließlich für unser Spiel entschieden. Wir hätten also einfach ins Clubheim des DTV gehen und die Live-Bilder aus Bestensee sehen können. Aber einigen Moskitos einschließlich des Autors dieses Berichts war ein solcher Weg zu einfach. Also stiegen vier Dürener ins Auto, nahmen DN-Reporter Guido Jansen gleich mit und machten sich auf den Weg über die A1 und A2 nach Brandenburg. An dieser Stelle ein großes Danke an Arno und seine Co-Pilotin Meike für die wieder mal gelungene Fahrt.

Nachdem wir zur Nahrungsaufnahme die bereits bekannte „Alte Schmiede“ aufgesucht hatten, kamen wir schließlich zur Halle, wo wir die anderen Dürener begrüßen konnten, die entweder bereits am Vortag angereist waren oder ihren Osterurlaub in Berlin für ein paar Stunden unterbrachen, um ihre Mannschaft zu sehen. Da kam doch schon eine gar nicht so kleine Gruppe von evivo-Fans zusammen. Aber angesichts der Voraussetzungen in der Landkost-Arena konnten wir jede Stimme für unsere Jungs brauchen. Denn die Halle ist relativ klein, weshalb die zahlreichen Trommler der Netzinos für einen Geräuschpegel sorgen, bei dem die Bezeichnung „Brandenburger Hölle“ verständlich wird. Die grün gekleideten Fans der Gastgeber wollten unbedingt am Samstag noch einmal nach Düren kommen – und das nicht, um Ostern zu feiern. Doch wer die Moskitos kennt, weiß genau, dass wir uns in keiner Volleyball-Halle der Welt freiwillig geschlagen geben. Wenn wir die Hölle besuchen, wollen wir die Temperatur mitbestimmen.

Im ersten Satz ging es gleich gut los. Unsere Jungs spielten ähnlich druckvoll und flexibel wie im klar mit 3:0 gewonnenen Hinspiel. Da war es nur logisch, dass auf der Anzeigetafel ein 25:19 aufleuchtete. Doch die Gummiwand, die Guido Jansen in seinem Vorbericht angesichts der starken Annahme und Abwehr der Netzhoppers schon angekündigt hatte, wurde immer dichter. Mirko Culics Team ging in Führung und als ein Angriffsversuch von Sebastian Kühner beim Stand von 18:19 unglücklich im Netz endete, war der Satz nicht mehr zu retten. Aber unsere Jungs ließen sich auch von langen, mühsamen Ballwechseln nicht aufhalten und schlugen im dritten Durchgang zurück. Noch 25 Punkte fehlten zum Einzug ins Halbfinale. Jungs, holt diese Punkte bitte jetzt im vierten Satz, damit uns das Zittern in einem erneuten Tiebreak erspart bleibt. Dieser Wunsch war bei den Moskitos zu spüren, doch die Netzhoppers legten uns kurz vor Ostern in der Landkost-Arena noch ein Ei ins Nest. Trommeln, klatschen und Daumen drücken war also noch bis zum 15:13 im Tiebreak nötig. Da war es schon praktisch, dass die Jungs im Training Stress-Situationen geprobt hatten.

Am Ende gab es nur noch Jubel über das erreichte Saisonziel, faire Glückwünsche der sympathischen Netzinos und den gemeinsamen Traum von einem Finale Düren gegen Berlin. Dazu müssen wir allerdings erst mal gegen Haching bestehen. Am Mittwoch nach Ostern geht es los. Mit einem weit entfernten Auswärtsspiel.

- Markus Schnitzler -