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Mehr als ein Spiel verloren?
18.02.10

Christian Dünnes ist es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen, da er mit beeindruckender Regelmäßigkeit als erfolgreichster Angreifer in den Spielstatistiken von evivo auftaucht. Aber am Samstag in der Arena traf er nicht nur den Ball. Sagt jedenfalls ein Linienrichter. Deshalb droht unser bester Mann für das Saison-Highlight in Halle auszufallen. Dabei war die erneute Niederlage gegen die Netzhoppers eigentlich schon schlimm genug.

Punkt 17.3.1 der Bundesspielordnung des Deutschen Volleyball-Verbands könnte Christian und evivo zum Verhängnis werden. Dort ist zu lesen, dass für eine Tätlichkeit eine Sperre von vier bis sechs Wochen vorgesehen ist. Genau dieses Fehlverhalten wurde nach dem Spiel Düren – Königs Wusterhausen nachträglich in den Spielbericht eingetragen. Ein Urteil wurde auch mehrere Tage nach dem Vorfall noch nicht gefällt, weshalb bisher nur Spekulationen und Fragen bleiben. Muss man von einer Tatsachenentscheidung sprechen? Darf man nach der Unterschrift noch etwas in das Formular eintragen oder ist das ein anfechtbarer Formfehler? Handelt es sich wirklich um eine Tätlichkeit oder eine minder schwere Unsportlichkeit? Es gibt also viel mehr Fragen als Antworten.

Unabhängig von der Entscheidung des Sportgerichts bleibt die Erkenntnis, dass es für den Begriff „Angstgegner“ in Düren mittlerweile eine klare Definition gibt. Durch den 3:2-Sieg am Samstag haben die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen endgültig diese Rolle übernommen. Dabei sah diesmal alles danach aus, dass die schwarze Serie enden würde. Unsere Jungs hatten in den vergangenen Wochen mit einer langen Liste von teilweise überragenden Siegen die Zwischenbilanz dieser Saison in ein sehr helles Licht gerückt und den dritten Platz bis zum Beginn der Playoffs klar im Blick. Beim Gegner aus der Nähe der Hauptstadt funktionierte hingegen nicht mehr viel, seit wir die schmerzhafteste Niederlage der Hinrunde in Bestensee kassiert hatten.

Aufwärtstrend auf hohem Niveau gegen Absturz – eine klare Sache? Nicht, wenn auf der anderen Seite des Netzes das Team von Mirko Culic steht! Der Serbe verbesserte seine persönliche Bilanz gegen seinen Ex-Verein seit dem Weggang auf 4:0. In der Saison 2008/09 gelang Sven Anton gegen seinen ehemaligen Trainer ebenso kein Sieg wie in der laufenden Spielzeit. Die Dürener Fans in der Arena träumten zwei Sätze lang vom Befreiungsschlag. Diese beiden Sätze gewannen unsere Jungs. Somit war die Chance auf den erhofften Sieg zum Greifen nahe, aber evivo griff daneben. Wie bereits im Hinspiel sprangen die Netzhoppers irgendwann im Spiel plötzlich höher und rannten davon. Dritter Satz verloren, vierter Satz verloren und im Tiebreak gab es ebenfalls keine Wende mehr. 2:3 aus Sicht der Gastgeber, wieder eine schmerzhafte Niederlage.

Bei den Duellen zwischen evivo und KW in dieser Saison gab es die Höchstmenge an möglichen Sätzen und den maximalen Erfolg für die Brandenburger. Die Aufregung um Christian vollendete schließlich den Eindruck, dass die Auftritte gegen den aktuellen Tabellenachten der Bundesliga irgendwie verflucht sind. Bleibt nur zu hoffen, dass der Fluch nicht die bisher so positive Dürener Bilanz 2009/10 zerstört. Egal, wer in Moers und gegen Haching spielt: Die Mannschaft braucht unsere Unterstützung. Wenn nicht jetzt, wann dann?

- Markus Schnitzler -