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Spannung mit altem Bekannten
04.02.10

In der Nacht vor dem Spiel erreichten die Temperaturen in Düren zweistellige Minuswerte. Aber die Volleyball-Fans mussten auch am Mittwochabend noch zittern. Nicht wegen der Kälte, sondern um den Sieg gegen den VC Franken.

Die Zuschauer, die es in den Stunden vor dem Spiel noch nicht erfahren hatten, staunten beim Blick auf ihre Mannschaft, die sich in der Arena einspielte. Da war ein junger Mann im roten Trikot des Libero, auf dem der gewohnte Name „Kohl“ mit der Nummer 14 stand, aber die Verpackung passte nicht zum Inhalt. Denn das Trikot trug diesmal nicht der Fabian mit den tausend Armen, sondern unser langjähriger Libero Till Lieber, der den kurzfristig erkrankten Abwehrchef spontan vertrat. Sein erster Ballkontakt führte gleich zum Punkt für den Gegner und teilweise gab es ein paar Abstimmungsprobleme mit dem neuen evivo-Team, aber es lag nicht an diesem Wechsel, dass wir fünf Sätze lang um den Sieg bangen mussten.

Die Gäste aus Bamberg, die in den letzten Wochen einige wichtige Siege eingefahren hatten, schnupperten auch in Düren zunächst Höhenluft. Unsere Jungs wollten nach der üblichen Niederlage in Friedrichshafen eine neue Erfolgsserie starten, taten sich aber im ersten Satz sehr schwer und gingen erst bei 19:18 in Führung. Leider blieb es in diesem Durchgang der einzige Moment, in dem die erste Zahl des Spielstands größer war als die zweite. Der 2.Satz glich dem Ersten sehr, aber diesmal retteten die Gastgeber den Vorsprung knapp ins Ziel, wobei die Schiedsrichter erkennen mussten, dass sie heute nicht zu den beliebtesten Personen in der Arena gehörten. Da sie jedoch auf beiden Seiten umstrittene Entscheidungen fällten, wurde keiner der beiden Mannschaften benachteiligt.

Oft bringt die übliche Zehn-Minuten-Pause nach dem zweiten Satz die Mannschaft aus dem Rhythmus, aber diesmal schien es genau umgekehrt zu laufen. Die ersten fünf Punkte nach der Unterbrechung gingen alle an evivo und bei allen war die Hoffnung erkennbar, dass unsere Jungs zurück in die Erfolgsspur fanden. Aber der Vorsprung schmolz immer weiter wie Schnee an wärmeren Wintertagen und fast wäre das Spiel noch entgleist. Erst bei 30:28 konnten wir vorerst aufatmen. Jetzt im vierten Satz alles klar machen? Denkste! Plötzlich gab es wieder einen deutlichen Rückstand und dann fiel die Entscheidung erst im Tiebreak. Die Trommler hatten schließlich Blasen an den Fingern und lahme Arme, aber immerhin konnten wir nach über 100 Minuten feststellen: Hauptsache gewonnen!

Am kommenden Mittwoch geht es in den Osten zu den Piraten aus Bad Dürrenberg/Spergau, wo die Jungs leider auf Unterstützung der Moskitos in der Halle verzichten müssen, und drei Tage später steht das nächste Heimspiel auf dem Programm. Gegner sind die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen, in deren Heimat wir beim Hinspiel eine schmerzhafte 2:3-Niederlage einstecken. Hoffentlich läuft es in der Ost-Woche besser, am liebsten ohne Zittern.

- Markus Schnitzler -