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Düren zündet Feuerwerk schon ein Tag vor Sylvester
31.12.09

Dass man ein Feuerwerk üblicherweise in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar abschießt, interessierte dieses Jahr in Düren niemanden.

Zumindest die Einwohner der Stadt, die sich für Volleyball interessieren, wollten die Raketen schon mehr als 24 Stunden vorher zünden. Dabei sind sie keine Pyromanen, sondern Fans, die (wieder) an ihre Mannschaft glauben. Selbst an einem Abend wie diesem, an dem es die höchstmögliche Hürde zu überwinden galt.

Dabei war – nüchtern betrachtet – eigentlich nicht viel zu erwarten. Zwar hatten sich unsere Jungs von evivo durch eine begeisternde Spielweise einigen sportlichen Kredit zurückerobert, zum Jahreswechsel in der Bundesliga den vierten Platz mit Kontakt nach oben erreicht und im Pokalviertelfinale den SCC Berlin geschlagen. Aber was ist das schon im Vergleich zum seit Jahren in Deutschland dominierenden VfB Friedrichshafen (dem FC Bayern des Volleyballs), der auch in dieser Saison bislang komplett ungeschlagen blieb und unter anderem den italienischen Meister in drei Sätzen bezwang? Eigentlich nicht viel.

Aber die Häfler hatten den Gedanken an das Datum im Kopf – 30. Dezember. Vor exakt einem Jahr unterlagen sie überraschend Generali Haching im Pokalhalbfinale. Das wollten sie 2009 unbedingt vermeiden. Bei uns in Düren mussten sie jedoch erfahren, dass selbst dem Rekordsieger drei Gewinnsätze nicht per Gesetz zugeteilt werden. Heute Abend lief es nur im zweiten Satz so wie befürchtet. Aufschlagserie Grozer, zehn Punkte Vorsprung für den Topfavoriten und am Ende 25:14 für die Gäste.

Dennoch waren die Zuschauer laut und voller positiver Energie, nicht nur die in den roten Moskitos-Shirts. Nicht normal war nämlich, dass evivo schon einen gewonnenen Satz auf dem Konto hatte. Sogar der deutliche Verlust des zweiten Durchgangs konnte unsere hochmotivierte Mannschaft nicht stoppen. Die Jungs machten es dem Gegner einfach nach und holten sich den dritten Satz ähnlich deutlich wie der VfB den zweiten. Der erfolgsverwöhnte Trainer Moculescu wurde immer wütender auf die Schiedsrichter, die zwar die eine oder andere Fehlentscheidung getroffen hatten, aber nicht allein verantwortlich für den Ausgang des Spiels waren.

Friedrichshafen scheiterte vor allem auch am puren Willen des Außenseiters, der seine nicht vorhandene Chance mit hervorragender Unterstützung durch das Publikum zu nutzen wusste. Dass unsere Jungs wegen Verletzungen personell dezimiert waren, bemerkte kaum jemand, da die verbliebenen Spieler eine grandiose Leistung zeigten. Im März 2008 waren wir zum ersten Mal beim Endspiel um den Pokal im Gerry-Weber-Stadion. Zwei Jahre später heißt es erneut:
„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Halle? Ich muss mal eben dahin, um nen Pokal zu gewinnen.“

Der letzte Schritt fehlt noch, aber jetzt erscheint es nicht mehr ganz so unwahrscheinlich, dass der Dürener Pokal-Wahnsinn in dieser Saison zur Trilogie wird.

In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an unsere Jungs, unserer „Susi“ und natürlich auch an dem tollen Publikum von gestern, die diese Sensation erst möglich gemacht haben und die hoffentlich auch zahlreich wieder kommen werden, denn das haben die Jungs nicht erst seit dem Spiel gestern gegen die Häfler verdient.

Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ach ja bevor ich es noch vergesse

Fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinaaaaaaaaaaaaaaaaaleeeeeeeeeeeee oho,
Fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinaaaaaaaaaaaaaaaaaleeeeeeeeeeeee ohohoho

- Markus Schnitzler -