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Wenn der Wahnsinn Brauchtum ist
14.12.09

Wer erinnert sich nicht an diesen Abend im April 2005? Ein gewisser Robert Wirtz schrie seine Grüße an Deutschland, Friedrichshafen und die Welt in sein Radiomikrofon, während die Arena vor Begeisterung platzte.

Da hatten unsere Jungs von evivo gerade den damaligen Meister aus Berlin gestürzt, mit einem 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand. In den Zeiten der Vizemeisterschaften wurden spannende, spektakuläre Spiele gegen Berlin zum Brauchtum, in Düren so selbstverständlich wie Karneval.

Am gestrigen Sonntag stand nun der nächste Akt in der unendlichen Geschichte zwischen evivo und dem SCC auf dem Spielplan – Halbfinale im DVV-Pokal. Unsere Freunde Bernd und Günter, die aus der Hauptstadt wieder mal in das westliche Dorf Düren gereist waren, wollten nicht nur die Biervorräte in der Arena „leersaufen“, sondern nebenbei auch noch einen Sieg mitnehmen. In der Disziplin „Getränke vernichten“ zeigten sie eine herausragende Leistung, aber mit dem Gewinnen wollte es – im Gegensatz zum Bundesliga-Auftakt – nicht so recht klappen.

Was für ein Spiel! Einen Satz lang kann sich der Fanclub „7. Mann“ uneingeschränkt freuen, doch direkt zu Beginn des zweiten Satzes lässt es Niko dann krachen. Ausgerechnet der unerfahrenste Spieler im evivo-Kader reißt seine Kollegen und das Publikum mit. Da können die drei Orangen auf der Tribüne gegen die Moskitos nichts mehr ausrichten. Weil zudem ein Christian Dünnes so spielt wie ein italienischer Meister, beginnt die Arena trotz der winterlichen Außentemperaturen zu kochen. Spätestens beim 31:29 im dritten Satz ist klar: Düren will unbedingt gewinnen, egal wie lange Berlin Widerstand leistet.

Nach dem 15:12 im Tiebreak ist der Sieg perfekt und unsere Freunde vom SCC müssen sich mal wieder in einem wichtigen Spiel in Düren geschlagen geben. Leider ist dieses Duell nicht das Finale, so dass ungerechterweise eine Mannschaft ausscheiden muss. Andererseits sind wir gerade wegen solcher spektakulärer Spiele Volleyball-Fans.

Doch mit dem Schlusspfiff ist es noch nicht vorbei mit der Spannung. Nach dem Heimspiel ist vor dem Heimspiel! So wünschen wir uns es jedenfalls, als Angelina Grün vor unseren Augen in den Lostopf greift. Als erstes Los wird Haching gezogen. Neben Rottenburg und uns ist auch Friedrichshafen noch im Pott. Wieder Generali – VfB wie vor einem Jahr? Nee, Rottenburg muss zum Titelverteidiger, wir also gegen die Häfler. Dann bitte wenigstens ein Heimspiel, Angelina! So ist es! Gibt es jetzt einen Tag vor Silvester das nächste große Feuerwerk in der Arena?

- Markus Schnitzler -