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Ein schöner Tag!
30.12.08

Düren – Eltmann – gewinnen – Düren. Bericht fertig!

Nein, quatsch, das geht auch ausführlicher…

Als wir uns an der Arena einfanden und uns Parkplätze erkämpft hatten (die C-Junioren und ihr Hallensportfest machten uns arg Konkurrenz), kam der Bus und wir – sechs Mädels, dreizehn Jungs, fünf Trommeln – machten uns auf den Weg ins schöne Frankenland. Unter schlechten Vorzeichen!
Denn bisher waren Sonnenschein und wolkenloser Himmel auf Auswärtstouren in dieser Saison ein klarer Indikator für eine Niederlage. Aber wir geben ja die Hoffnung nicht auf. Nach gut zwei Stunden der erste Stopp, dann noch einer fünfzig Kilometer vor dem Ziel – mit guter Laune und immer noch viel Sonnenschein kamen wir nach fünfeinhalb Stunden in Eltmann an. Es folgt der poetische Teil.

Im Schatten der Wallburg, die Sonne zauberte Schatten auf das Kopfsteinpflaster des idyllischen Örtchens Eltmann, fanden wir den Ort unserer Bestimmung, den Ort des Schicksals, den Ort, an dem in weniger als zwei Stunden das Spektakel stattfinden sollte, das der Grund unserer Reise war. Während die Sonne langsam hinter den sanften Hügeln des nordöstlichen Bayerns versank und wunderbare Farben in den Nachmittagshimmel malte, suchten die unerschrockenen Neunzehn nach einer Nahrungsquelle, unterstützt von weiteren Anhängern des gepflegten Ballüberdieschnurinrotundweißmitschlumpfblauenakzenten. So wir die Höhle des fränkischen Löwen und seines Zaubertranks (Eschenbacher) betreten hatten, suchten wir uns sichere Aussichtspunkte, von denen wir unsere holden Helden mit lautem Handgeklapper, starken Vibrationen der Stimmbänder, mitunter auch sehr melodisch, und kräftigen Schlägen auf unten offene Zylinder bejubeln wollten. Nicht eine Sekunde dachten wir an eine Niederlage. Jedoch tüftelten wir eine Strategie aus, falls das Aufeinandertreffen unserer robusten Rheinländer mit den furchtlosen Franken kein dem Augapfel des Betrachters gefälliges Spektakel sein
sollte: wir wollten unseren Karren mit der Komfortkutsche tauschen… Und zu Beginn des direkt in der Wunderkiste übertragenen Aufeinandertreffens richteten wir uns schon gedanklich im Helden-Wohnzimmer ein. Zu Unrecht.
(Es folgt die derbe Ausdrucksweise der von Glücksgefühlen und Zufriedenheit erfüllten und stimmlich angeschlagenen Augenzeugin, geboren und aufgewachsen in einer der schönsten Ecken Deutschlands, mit der Sprache des Volkes vertraut.)

Leck ens am Arsch. Die Jungs ließen sich von der Führung der Eltmannen nicht beeindrucken, sondern spielten ruhig und konzentriert ihren Stiefel runter, wurden selten hektisch und konnten auch den Rückstand zur zweiten technischen Auszeit verdauen (im Verdauen hat besonders Jeff Übung). Mit ohne Horst und Herbie als einzigstem Diagonalen (boah, geil, voll die Ausdrucksfehler, ey) angereist spielten Raka, Malte, Nik, Tim, Ilja und Herbie in rot, Schlumpf Jeff als Libero. Die Annahme zu Spielbeginn wackelig, nachher besser, keine Angst mehr vor Float-Aufschlägen des Gegners. Hervorzuheben die häufigen Angriffe über die Mitte (Jaaaaa, der Ilja kann die Mitte einsetzen!!) und die erfolgreichen Bälle über Außen – und Herbie, der den Titel HubschrauberBerto einmal mehr eindrucksvoll bestätigte. Wie gesagt, mit Rückstand gestartet, mit Rückstand in die entscheidende Satzphase – und den ersten Satz geholt. Körpersprache in der A-Note (Technik) 6 von 6 Punkten, B-Note (vor allem für den Rademacherschen Gesichtsausdruck) 6 mit Sternchen. Wer sich beim Blick in Iljas und Niks Visagen als Gegner nicht fürchtet, der schüttelt auch dem Teufel die Hand.

Seitenwechsel. Die Trommeln bammeln über der Reling, seekrank sind wir nicht. Im Gegenteil, wir stehen mit beiden Beinen auf der Erde. Auch Stefan aka Rumpelstilzchen aka Animateuse, der auf der neu bespannten Trommel (Maaaaaaaarrrrrriiiio hatte im Leipzig-Spiel ein fabulöses Loch hineingetrommelt) im Takt mit den vier anderen Trommlern den Bayern einheizte. Wir waren laut – so, wie man das eben von uns kennt. Und das erfolgreich. Denn auch im zweiten Satz konnten unsere Jungs sich langsam, aber sicher etablieren und die Franken verunsichern. Während die anfingen zu wackeln, kamen wir in Fahrt. Die Aufschläge passten ein ums andere Mal (und waren zwischendurch mal wieder eine reine Katastrophe, aber… nun, man kann eben nicht alles auf einmal abstellen und immerhin haben wir das Angriffsproblem schon mal ausgeräumt) – und um dem Gegner den Rest zu geben, wurde zum Satzende wieder (wie auch in Satz Uno) Felix für Raka eingewechselt. Erfolgreich, denn mit seinen Aufschlägen kam die Maric-Sechs nicht wirklich zurecht. Satz zwei im Sack. Und ran an Nummer drei.

Nach nur drei Minuten wieder aufs Feld, alles beim Alten. Eltmann vorne, wir knapp hinten dran. Dann der Auftritt der *taddaaaaaaa* Räfferies (dä Schiris). Ilja kurz vorm Herzkasper (nicht zum ersten Mal), der gegenseitige Rat, sich eine Brille anzuschaffen, eine Verwarnung, dann die zweite, aber immerhin keine gelbe Karte – und keine Verunsicherung, sondern Entschlossenheit. Allerdings auch auf der anderen Seite des Netzes, wo unter anderem Kapitän Geiger den Hammer ausgepackt hatte. Am Satzende dann diesmal Basti rein für Raka. Matchball. Vergeben. Matchball. Vergeben. Und dann endlich, endlich, der letzte Punkt für uns und endloser Jubel auf dem Feld und auf der Tribüne, abklatschen mit Gegner und Schiri. Und dann die letzte Humba des Jahres 2008, hochverdient, da sicher und mit viel Geduld gewonnen. Aber die Party-Stimmung riss nicht ab. Zur Feier des Tages das gute Gesöff des Namenssponsors und viel gute Lauen im Foyer und nachher auf dem Weg zum Bus, die kleinen Scherzchen zwischen Team und Fans, eben so, wie das sein muss. Und der kleine, rot-weiße Party-Transporter („Transporter“ wurde unser Bus von Sven Anton getauft) machte sich auf den Weg, dicht gefolgt von einem DKB-Schlachtschiff – inklusive gemeinsamer Pause mit Nachtmahl, bei einer leicht überforderten Kassiererin, die erstmal alle Spieler und das dazugehörige Personal durchwinken musste, bevor sie uns abkassieren konnte. Als Sven dann die Rechnung beglichen hatte, durften auch wir endlich Geld loswerden. Dann, unterstützt von Tims spendabler Art auch nicht mehr hungrig, wieder rein in Luxuskarosse und Pöbeltransporter und ab nach Hause. Zeitgleich waren die beiden Busse in Düren, um halb zwei lagen die meisten dann auch im Bett (der ein oder andere noch im Harry’s) und was bleibt uns übrig zu sagen?

Ein schöner Tag! Warum? Haching hat verloren ;-) (Der werte Leser fasse dies als netten Witz und nicht böse auf. Es sei gedankt.)

Guten Rutsch ins Neue Jahr!!


Meike Bergs